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VON OLINDA
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Recife
- Beschreibung der Stadt
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"Kahal Zur
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Pernambuco, Brasilien





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Der Karneval
von Recife,
Pernambuco, Brasilien
des Hotel Pousada Peter
- Kunstgalerie

Bem
vindo! Willkommen! Welcome!
Bienvenido!
Bienvenue! Benvenuto!
Der Karneval von Recife,
Pernambuco, Brasilien
ist ein Strassenkarneval
DER KARNEVAL VON RECIFE
Wenn man ein Fan des Strassenkarnevals von Recife ist, wie wir,
dann liegt es doch nahe, dass wir auch ein bisschen von diesem
Volksfest erzählen, das zwar fast in jeder Stadt Brasiliens, jedes
Jahr, mehr oder weniger originell gefeiert wird, sich aber besonders
in Recife und Olinda in einer Authentizität ausdrückt, die man
sonstwo schwerlich antreffen wird. Ganz besonders nicht in Rio de
Janeiro, wo der Karneval zu einer Supersexy-Monster-Show erstarrt ist,
die jedes Jahr mit grösseren Rollbühnen, gigantischeren
Plastikmonstern und weniger Wäsche an den gymgestylten und
silikonkorrigierten Wonnekörpern daherkommt - und, jedes Jahr
auch mit teureren Eintrittskarten für die Bewunderer solcher "entarteten"
Kunst.
Der "Carnaval Pernambucano" ist da ganz anders.
Wer noch nie dabei war, der hat wenigstens von ihm gehört und
nimmt sich vor, im nächsten Jahr ganz bestimmt dabeizusein. Die natürliche
Freude und Ausgelassenheit dieser Menschen, die grosse Kreativität
mit bescheidenen Mitteln und der spontane Enthusiasmus der
Block-Mitglieder, die Bereitschaft der Bürger, sich vom Strom des Übermuts
mitreissen zu lassen - das alles erfüllt jeden einzelnen
"Pernambucano" mit grossem Stolz, und - bevor er sich
dann selbst unter seine lauthals jubilierenden Landsleute mischt -
empfängt er den Besucher mit weit offenen Armen, um ihn mit zum
"Carnaval" zu nehmen. Etwas Schöneres als dieser
ansteckende Rhythmus, die kreativen Kostüme und Masken, die Lichter
der Stadt, die exotischen Farben und die heisse Musik kann er seinen Gästen
privat wohl kaum bieten.
Der Karneval von Pernambuco gehört dem Volk - von Recife bis
Olinda, von Petrolina, im Sertão, bis zu der "Zona da
Mata", in Vitória de Santo Antão - das Fest erfasst und
bewegt sie alle. Und es ist egal, ob man in der Maske des Königs, dem
Kostüm der Prinzessin oder dem Lederwams des Sklaven erscheint. Das
Wichtigste ist, an den vier tollen Tagen mit dabei gewesen zu sein und
mitgewirkt zu haben, die Tradition eines der schönsten Karnevalsfeste
unseres Planeten aufrechtzuerhalten.
AUS DER GESCHICHTE DES KARNEVALS
Während der brasilianischen Kolonialzeit bis in die erste
Republik war der so genannte "Intrudo" allgemein verbreitet,
ein derber Spass, den die Portugiesen aus ihrer Heimat mitgebracht
hatten: man bewarf sich gegenseitig mit Mehl und Kalk, mit überreifen
Tomaten und faulen Eiern, mit Farbe und allem was klebte. Getreu dem
Beispiel des Königs und seinen Ministern, die sich gegenseitig mit
allen erdenklichen landwirtschaftlichen Produkten die Seidenkleider
und Spitzenkragen verdreckten. Aber bald fand das in Brasilien niemand
mehr spassig und man ging dazu über, sich mit angenehmeren Stoffen zu
bewerfen und zu besprühen, zum Beispiel mit wohlriechenden Zitronenstückchen,
parfümierten Gummibällchen und parfümiertem Wasser aus einer Sprühflasche,
die hier zum ersten Mal im Jahr 1885 auf dem Markt erschien.
Luftschlangen und Konfetti kamen später ebenfalls hinzu.
In Pernambuco wurde der portugiesische "Entrudo" bald durch
traditionelle afrikanische Gebräuche ergänzt: Als sich (im 17.
Jahrhundert) die Sklaven verschiedener Organisationen, wie zum
Beispiel der "Kompanie der Zuckerträger", anlässlich des
Festes der "Heiligen Drei Könige" versammelten. Sie
formierten sich zu festlich geschmückten Gruppen, die unter bunten
Fahnen zusammen marschierten und ihre Choräle sangen.
Der Schluss war dann jedes Mal das lustige gegenseitige Bewerfen mit
Feldfrüchten, wie sie es bei ihren Herrschaften gesehen hatten.
Im 19. Jahrhundert führte man den "Frevo" und den
"Passo" in Pernambuco ein - eigenwillige Tanzschritte
und Rhythmen, die aus einer Mischung verschiedener europäischer und
afrikanischer Einflüsse kreiert wurden. Damit bekam der Karneval in
Recife seine unverwechselbare Identität. Und von da an organisierten
städtische Arbeiter die ersten karnevalistischen Vereinigungen und präsentierten
ihre Umzüge - streng nach Berufsgruppen getrennt - in den
populären Stadtteilen. Diese Berufsgruppen-Trennung verlor sich dann
im Lauf der Zeit, die Karnevalsclubs öffneten sich für jedermann,
und ihre kuriosen Namen haben sich teilweise bis heute erhalten.
Da gibt es zum Beispiel: die "Canequinhas Japonesas" (Die
Japanischen Becherchen), oder die "Marujos do Ocidente" (Die
Seebären vom Okzident) und die "Toureiros de Santo Antônio"
(Die Stierkämpfer von Sankt Anton).
Heute ist der Karneval in Recife einer der grössten kulturellen
Schmelztiegel Brasiliens! Ausgelassene Menschen aller Rassen und
Nationen, Einheimische wie Besucher marschieren, singen und klatschen
begeistert den Rhythmus an der Seite der "Maracatus", der
"Ursos", der "Caboclinhos", der "Escolas de
Samba", der "Blocos" und "Tribos", und
vergessen, in jenem schwebenden Gefühl, ihre eigenen kleinen und
grossen Sorgen.
"O GALO DA MADRUGADA"
Der
"Hahn der Morgenfrühe" ist ein so genannter Karnevals-Block,
der gegen 5:30 am Karnevalssamstag ganz Recife aufweckt und in eine
immense bunte Tanzparty unter offenem Himmel verwandelt. 1977 fingen
die Gründer mit einem kleinen Kostüm- und Masken-Club an, scharten
ein paar Freunde um sich, die in der Nähe wohnten oder im Stadtteil
"São José" arbeiteten. Heute strömen mehr als 1 Million
Personen zu der grössten Volkskonzentration zusammen, die je von
einem einzigen Block verursacht wurde. 30 "Trios Elétricos",
verschiedene "Frevo-Vereine" und Dutzende von "Carros
Alegóricos" (das sind die allegorischen Wagen) gehören heute zu
diesem Block. Kein Wunder also, dass der "Galo da Madrugada"
1995 ins Guiness-Buch als "der grösste karnevalistische Verein
des Planeten" aufgenommen wurde.
"FREVO"
Dieser
Tanz-Rhythmus ist das Markenzeichen des Pernambu-kanischen Karnevals,
und er hat sich aus dem Repertoire der Militärkapellen während der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt, angereichert durch
die Rhythmen des "Maxixe", der "Modinha", der
"Polka", des "Tango", der "Quadrilha"
und des "Pastoril". Im Lauf der Zeit hat sich der
"Frevo" seine eigenen Charakteristika geschaffen: zum
Beispiel, typische Schritte und Sprünge aus dem bahianischen
"Capoeira" übernommen, wie die "Schere", das
"Scharnier", den "Fusstritt" oder den "Rollsprung".
Ab 1930 erschien der "Frevo" in drei Präsentationsformen:
"Frevo-de-rua" (Strassen-Frevo), "Frevo-de-bloco"
(Block-Frevo) und "Frevo-canção" (Frevo-Gesang).
"Frevo-de-rua"
Wird nur instrumental intoniert, ohne Text. Wird nur zum Tanzen
gespielt. In ihm gibt es allerdings wieder Unterschiede: der "Frevo-abafo" -
hier überwiegen die Metall-Instrumente, der "Frevo-coqueiro" -
mit sehr vielen hohen Tönen (hohen Noten) und der "Frevo-ventania" -
mit stark synkopiertem Vortrag.
"Frevo-de-bloco"
Wird von einem so genannten "Holz- und Saiten-Orchester"
ausgeführt, mit Gitarren, Banjos und Ukuleles. Seine Texte und
Melodien werden oft von weiblichen Chören ausgeführt. Im Allgemeinen
präsentieren sie eine Mischung aus Lyrik und Poesie.
"Frevo-canção"
Auch "Marcha-canção" (Marsch-Gesang) genannt, präsentiert
eine musikalische Einleitung und dann einen gesungenen Teil, mit ganz
unterschiedlichen Themen aller Genres.
"Der Frevo ist ein pernambukanisches Gefühl. Etwas, das man
inmitten des Volkes spürt - der Druck der grossen Volksmassen,
ihrem Kommen und Gehen in gegensätzliche Richtungen, wie beim
Karneval" - eine Definition von "Pereira Costa" in
seinem alten "Vocabulário Pernambucano". "Frevo"
wurde von "ferver" (kochen) abgeleitet. Im Volksmund auch
"frever" - "frevo" = ich koche!
Das Niveau des pernambukanischen Karnevals kann man am besten an
seiner Vielfalt der verschiedenen Rhythmen messen, die den
Besucher tatsächlich wie ein exotischer Ohrenschmaus überraschen.
Neben dem "Frevo", dem in all seinen Variationen bestimmt
der erste Rang gebührt, hat man den "Maracatu", den
"Afoxé", den "Samba" und den
"Caboclinho" weiterentwickelt - die ersten drei sind
afrikanischen Ursprungs und der Letzte stammt von den Indianern. Jeden
dieser Rhythmen wird man auf dem Karneval in Pernambuco finden und
jeder Besucher kann sich, je nach Gusto, vom einen oder anderen
vereinnahmen lassen. Er braucht nur ein bisschen Kondition!
"MARACATU"
Bis
ins 19. Jahrhundert bezeichnete man in Brasilien ein Treffen oder
irgendeine Versammlung von Schwarzen mit "maracatu".
Ein Begriff, der von den Negersklaven aus ihrer Heimat Afrika
mitgebracht worden war, allerdings als Bezeichnung für eine typisch
afrikanische Krönungs-Prozession. Und die ist heute choreographischer
Hintergrund für den karnevalistischen "Maracatu": Das gekrönte
schwarze Herrscherpaar in märchenhaften Roben, unter einem riesigen,
von Dienern getragenen Sonnenschirm - flankiert von
"Baianas" in schneeweissen Spitzengewändern, die sich links
und rechts der beiden im Tanz drehen. Es folgt die "Dama do
Passo", die auf einem langen Stock eine Puppe - die
"Calunga" - balanciert und damit dirigierend den
Rhythmus angibt. Gefolgt vom "Tirador de Loas" - dem
Vorsänger, dessen provokative Solos der Chor der Beteiligten, wie in
einem "Spiritual", wunderbar melodiös und unter die Haut
gehend, kontert. Zuletzt folgt die Rhythmusgruppe mit den lokalen
Perkussions-Instrumenten.
Die "Maracatu-Gruppe" formiert sich gewöhnlich im Hof der
Kirche "Nossa Senhora do Rosário dos Pretos", jener von
Sklaven für die Sklaven erbauten Kirche, in der "Rua Estreita do
Rosário", im Distrikt "Santo Antônio", bevor sie sich
in Richtung des Stadtzentrums bewegt. Und sie macht vor jeder Kirche
halt, an der sie vorbeikommt, um dem oder der Heiligen mit einer
besonderen Tanzeinlage ihre Referenz zu erweisen.
"BLOCOS CARNAVALESCOS"
Während
die "Frevo-Blocks" die Leute auf der Strasse mit ihren
Rhythmus-Gruppen regelrecht anheizen, vermitteln die "Karnevalistischen
Blocks" eher eine lyrische, poetische Stimmung. Ihre Untermalung
ist der "Frevo-de-bloco", ausgeführt von den so genannten
"Bandas de pau e corda" - Guitarren, Geigen, Ukuleles,
Banjos, Lauten, Flöten, Klarinetten und einer sanften Perkussion. Ein
grosser Choral singt die Texte, die sich begrüssend, und mit allerlei
guten Wünschen, ans Publikum wenden.
Gegründet wurden die "Blocos" innerhalb verschiedener
Familien und ihrer Freunde - zusammen mit Nachbarn derselben
Strasse. Der erste von ihnen war der "Bloco Flores Brancas",
der Block der Weissen Blumen von 1921, der heute immer noch existiert
und sich in "Bloco das Flores" umbenannt hat - der
Block der Blumen.
Und die "Blocos" öffneten sich im Lauf der Zeit auch für
die Beteiligung der weiblichen Bevölkerung am Karneval. Zu den "Frevo-Clubs"
hatten sie keinen Zugang, denn die waren von Berufsgruppen gegründet
worden, zu einer Zeit, in der Frauen noch kaum ausser Haus arbeiteten.
Und mit der langsameren Musik der "Blocos" öffneten sich
sogar die Tore des Karnevals für ihre Kinder. Unter den bekanntesten
"Blocos" sind: "Banhistas do Pina", "Flor da
Lira", "Apôis Fun", "Batutas de São José",
"Flor da Magnôlia", "Madeiras do Rosarinho".
"AFOXÉ"
Ist eine Präsentation afrikanischer Religiosität, ein Kult zu
Ehren der afrikanischen Naturgottheiten, den "Orixás". Es
gibt zwei unterschiedliche Interpretationen für die Herkunft des
Wortes "afoxé". Die erste behauptet, es stamme aus dem
"Yoruba-Dialekt" (den viele der in Bahia angelandeten
Sklaven sprachen) und bedeute "die Sprache macht's". Und die
zweite behauptet, es komme aus dem sudanesischen Sprachgebrauch "afohsheh"
und bezeichne eine Art von "Maracatu".
Die "Afoxés" tauchten im Karneval von Recife in den 70er
Jahren wieder auf, als eine Initiative der Bewegung "Movimento
Negro Unificado" und jetzt sind sie alljährlich dabei mit ihren
Melodien, genannt: "Orós da linha Ijexá". Der Vorsänger,
oder "Puxador", schmettert einen Vers, der vom Chor der
gesamten Gruppe wiederholt wird. Ein Wechselgesang, der von
Perkussions-Instrumenten, wie dem "Agbê" (gekerbte
Kalebasse, die mit einem Netz von Samenkernen bespannt ist), dem
"Atabaque" (kleinere Trommel) und dem "Agogô" (zwei
unterschiedlich klingende Metallglocken, die mit einem Metallstab
rhythmisch angeschlagen werden) begleitet wird.
"SAMBA"
Nicht nur in Rio de Janeiro hat der "Samba" seine Heimat,
auch in Pernambuco ist er einer der wichtigen Rhythmen geblieben.
Allerdings hat man ihn hier mit ein paar zusätzlichen Charakteristika
aufgemischt. Zum Beispiel mit Elementen aus dem "Maracatu",
dem "Frevo" und dem "Capoeira" und die
"Escolas de Samba" (Samba-Schulen) haben ebenfalls in Recife
schon eine lange Tradition - die ersten seit 1930. Heute sind die
wichtigsten "Escolas de Samba" in Recife: "Limonil",
"Gigantes do Samba", "Estudantes de São José"
und die "Galeria do Ritmo".
"CABOCLINHOS"
Die Männer und Frauen in diesem "Bloco", geschmückt
mit traditionellen bunten Federkronen und Baströcken, Ketten aus
Fruchtkernen und Tierzähnen, widmen ihre Präsentation den
Ureinwohnern Brasiliens, den Indianern. Sie haben ein interessantes
Perkussions-Instrument entwickelt, die "Preaca" - von
weitem einfach ein Bogen mit einem aufgelegten Pfeil - aber wenn
man den mit der Sehne festverbundenen Pfeil spannt und loslässt ertönt
ein lautes metallisches Geräusch - etwa so, wie wenn man zwei
Metallstücke zusammenschlägt. Stellen Sie sich nun Hunderte von
"Indianern" vor, die im Rhythmus der sie begleitenden "Block-Band"
ihre "Preacas" mitklingen lassen - richtig, ein ganz
neues exotisches Audio-Spektakel.
Die "Caboclinhos"-Gruppe besteht aus dem Häuptling und
seiner Frau, dem portugiesischen Kapitän und seinem Leutnant, einem Fährtenleser,
der Stammesmutter, den "Perós" (Indianerkindern), dem
Standartenträger, den "Caboclos" (Bauern-Mischlinge aus
Indianern und Weissen), den indianischen Jägern und dem Medizinmann.
Die "Band" setzt sich aus der "Inúbia" (Panflöte
aus Rohr), den "Caracaxás" (Rasseln), dem "Tarol"
(kleine Trommel), der "Surdo" (grosse Trommel) und den
Hunderten von "Preacas" zusammen.
Die ältesten "Caboclinhos" von Pernambuco sind:
"Canindés" (1897), "Carijós" (1897), "Taperaguases"
(1916), "Caboclos Tupi" (1933), "Tabajaras" (1956)
und "Tapirapés" (1957).
Und wenn Sie noch mehr über den Karneval von Pernambuco erfahren
wollen, dann besuchen Sie das "Casa do Carnaval" -
eine Art Karnevals-Museum im Stadtteil São José, im "Pátio de
São Pedro - Casa 52". Hier werden Sie eine schöne Sammlung
von Masken, Standarten, Kostüme antiker Vereine und viele andere
Exponate sehen können. Die ganze Geschichte des Karnevals von
Pernambuco.
Recife,
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