Würdigung
Auf dem Weg zur
Synthese,
unbekümmert,
nahe an der Naivität
Marco Polo (*)
Von
Stuttgart, Deutschland, nach Olinda, Brasilien; von der Kindheit zur Reife, gibt es einen
Leitfaden im Leben von Peter M. Bauer: die Kunst. Wie
ein Liebender in der Romantik, der selbstlos liebt und nichts zurück erwartet,
das macht Peter ebenso mit seiner Kunst. Er bekümmert sich nicht, von seiner
Kunst leben zu müssen. Seine Orientierung ist vielmehr, sich frei auszudrücken
und unabhängig zu arbeiten.
Er
fängt
zuerst zu Malen an, macht dann weiter mit Keramiken und danach kommt er über
Collagen zum Sticken von Bildteppichen. Von da kommt er definitiv wieder
zur Malerei zurück, seiner ersten künstlerischen Ausdrucksweise und Sprache.
Bei allem kreativen Schaffen, ging es ihm nur darum, "seine" Kunst zu
machen. So arbeitete er immer, um sein Geld für den täglichen Lebensunterhalt
zu verdienen.
In
Stuttgart war er als Beamter tätig,
in Olinda betreibt er ein Gästehaus,
worin sich selbstverständlich auch eine Galerie für seine Bilder befindet. Um
Missverständnisse zu vermeiden, gibt er zu verstehen, dass er keine
Andenken für Touristen macht und anbietet, sondern Bilder.
Peter
M. Bauer kam aus Deutschland, entdeckte und verliebte sich in die Stadt Olinda
und wurde zu einem Künstler dieses Ortes. Er ließ Europa hinter sich.
Er
bekennt sich zu seinem Deutschtum und bleibt sich und seinen Prinzipien treu.
Obleich er zum Olindenser geworden ist, bleibt und ist er auch weiterhin Europäer,
was sich auch in seiner künstlerlerischen
Entwicklung zeigt.
Dem
zufolge, geht er seinen eigenen Weg weiter, den er schon von Anfang an
beschritt,
den er in Bezug auf eine gewisse Beständigkeit
immer zeigte und an dem er festhält: die
glatte Vereinfachung der
Formen, der Oberflächen
und der Farben, sowie eine bestimmte charikaturhafte Phantasie.
Es
ist eine offensichtlich zu bildende Vereinfachung. Offensichtlich ja, weil Peter
M. Bauer so einfach mit jenen Vereinfachungen umgeht und "ist". Viele von
diesen Vereinachungen übersteigen die Oberfläche anspruchsvoll, um den Nerv des Wesentlichen zu
erreichen. Diese
wahre Kunst
ist so einfach, wie viel auch schwieriger.
Diese
Retrospektive zeigt, wie der Künstler auf die Minimalisierung seiner Motive
kommt.
Mit seinen Tintenfischen, Blumen, erfundenen Tieren, dem überflüssigen
Weglassen von Formen, zeigen, daß einige Motive nahe an den Grenzen der
Abstraktion sind. Wenn man diese Arbeiten also von ihrem Anfang bis jetzt
betrachtet, hat man stets eine neue, "gesunde", Empfindung. Man kommt,
von diesen Arbeiten aus betrachtend, auf den Weg einer Synthese, jeder Zeit nahe
befindlich zu sein an der unschuldigen, reinen Geste einer Kunstfertigkeit zu
reduzieren. Der reife Europäer
Peter M. Bauer, ohne
sich selbst zu täuschen,
legt dabei jedes mal die Zöpfe alter
Traditionen ab, um als olindensischer
Adam, rein und nackt die wesentliche Kunst seit seiner Kindheit weiterhin
fortzusetzen.
(*) Marco Polo
Journalist,
Ex-Direktor des Museums für Moderne Kunst Aloisio Magalhães , Recife, Pernambuco,
Brasilien, von 1999
- 2001
Candeias
- Pernambuco - Brasilien, Juli von 2001
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